Nach intensiven Überlegungen und einer von der PAULY GROUP durchgeführten Machbarkeitsstudie hat sich der oberfränkische Abwasserzweckverband Buttenheim/Altendorf 2023 entschieden, bei der Entwässerung und Verwertung des anfallenden Klärschlamms auf die natürliche Entwässerung mit Klärschilf zu setzen. In unmittelbarer Nachbarschaft der Kläranlage entstehen seit Anfang des Jahres die vier Beete des neuen Schilfparks. Voraussichtlich im November diesen Jahres wird die Anlage ihren Betrieb beginnen und dann den gesamten Nassschlamm der Kläranlage Buttenheim/Altendorf aufnehmen, entwässern und für viele Jahre lagern. Die Teilnehmer des Praxistages konnten sich daher nicht nur über das ökotechnische Verfahren selbst informieren, sondern erfuhren aus erster Hand, warum sich der Abwasserzweckverband für Klärschilf entschieden hat und wie der Bau und die schrittweise Inbetriebnahme eines Schilfparks abläuft. Das Interesse war so groß wie noch nie. Die 38 Teilnehmer, darunter Betriebspersonal und Betriebsleiter von Kläranlagen, Bauamtsleiter und Bürgermeister, nahmen teils lange Anfahrten in Kauf.
Ökonomisch und ökologisch nachhaltig
Im sehr ansprechenden Gemeindehaus von Altendorf gab Bürgermeister Karl-Heinz Wagner einen Überblick über die Gründe, die zur Entscheidung für die natürliche Entwässerung mit Klärschilf geführt haben. Angesichts steigender Entsorgungskosten und veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen stellte sich für den örtlichen Abwasserzweckverband die grundsätzliche Frage nach einer wirtschaftlichen und zukunftssicheren Klärschlammbehandlung und -entsorgung. Die ökologische Klärschlammentwässerung überzeugte, weil sie effiziente Entwässerung mit jahrelanger Lagerung und flexibler Entsorgung verbindet. Dadurch das Klärschilf Klärschlamm in einen wertvollen Dünger verwandelt, ist die besonders nachhaltige landwirtschaftliche Verwertung für Buttenheim/Altendorf weiterhin möglich. "Ökonomie und Ökologie standen bei unserer Entscheidung für Klärschilf im Vordergrund", so Wagner.
Zukunftssichere Entsorgung
Stefan Rehfus von der PAULY GROUP stellte das Verfahren im Detail vor. Dabei ging es nicht nur um die Ökotechnik selbst. Rehfus spannte den Bogen von der Planung über den Bau und den Betrieb bis zur Räumung und Entsorgung. Auch die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf den Entsorgungsmarkt kamen dabei zur Sprache, einschließlich der zukünftigen Verpflichtung zur Rückgewinnung von Phosphor aus dem Klärschlamm. Klärschilf punktet gegenüber einer maschinellen Entwässerung in allen Bereichen mit deutlichen Vorteilen: minimaler Energiebedarf und Wartungsaufwand, weitgehend automatisierter Betrieb, stark verringerte Restmenge, jahrelange Lagerung, flexibler Entsorgungszeitpunkt und flexibler Verwertungsweg sowie besonders gute Ausgangsbedingungen für eine effiziente Phosphorrückgewinnung.
Erfahrungsaustausch zwischen Praktikern
Aufgrund der großen Anzahl von Teilnehmern fand die anschließende Besichtigung des Schilfparks in Kleingruppen statt. Die fast fertige Anlage erlaubte einen guten Einblick in den Bau und die schrittweise Inbetriebnahme. Die Beete waren bereits mit rund 25.000 Schilfpflanzen bepflanzt und auch die Beschickungstechnik mit ihren Motorschiebern und der elektronischen Steuerung konnte in Augenschein genommen werden. Die Mitarbeiter der PAULY GROUP wurden mit Fragen geradezu überhäuft. Am Ende gab es viel Lob für die sehr informative und gut organisierte Veranstaltung.
Eigene Anschauung und Erfahrungen aus erster Hand, dass ist das Erfolgsrezept der Praxistage der PAULY GROUP. Wie sieht ein Schilfpark aus, wie groß ist der Betreuungs- und Wartungsaufwand, wie gut die Entwässerungsleistung, wie hoch die Betriebskosten und wie sicher und flexibel die Verwertung? Antworten auf diese und weitere Fragen bekommen die Teilnehmer direkt vor Ort und von Kollegen, die bereits jahrelange Erfahrung mit der natürlichen Entwässerung durch Klärschilf gesammelt haben. In diesem Jahr findet deshalb ein weiterer Praxistag statt. In Planung ist eine Veranstaltung im hessischen Ober-Bessingen. Und auch 2026 wird diese erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortgesetzt.




