Seit 1953 bietet das idyllisch im Wald gelegene Freibad den Bewohnern von Scharzfeld und Umgebung sommerliche Erfrischung und Erholung vom Alltag. Doch 2019 war damit Schluss. Nach gut 65 Jahren ließen der Zustand von Becken und Technik den Weiterbetrieb nicht mehr zu und das Bad musste geschlossen werden.
Förderung durch Bund und Land Niedersachsen
Damit wollten sich aber weder die Bürger noch die verantwortlichen Politiker abfinden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Sanierungsmodelle auf der Grundlage konventioneller Wasseraufbereitung untersucht und verglichen. Das Ergebnis war ernüchternd. Die dafür erforderlichen Investitionen wurden mit zwei bis drei Millionen Euro beziffert – und das bei einer gravierenden Verringerung der Wasserfläche im Vergleich zum Bestandsbecken. Doch so schnell wollte man die Flinte nicht ins Korn werfen. Auf der Suche nach einer Alternative stieß man schließlich auf das FreibadPLUS der PAULY GROUP. Etliche Referenzprojekte bewiesen den nachhaltigen Erfolg des Umbaus zu einem Bad mit biologischer Wasseraufbereitung. Kurzerhand wurde eine weitere Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die eine realistische Perspektive für das Waldfreibad Scharzfeld aufzeigte. Denn zusätzlich zur deutlich nachhaltigeren Betriebsart erwies sich das vorgelegte Umbaukonzept als rundum förderfähig.
Der gemeinsame „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ von Bund und Land Niedersachsen sagte Fördermittel in Höhe von 90 Prozent der geplanten Kosten von 2,7 Millionen Euro zu.
Vertraute Gestaltung mit biologischer Wasseraufbereitung
Zentraler Bestandteil des Umbaus ist die biologische Wasseraufbereitung. In einem geschlossenen Kreislauf wird das Badewasser durch einen Geomatrix® genannten und mit Schilf bewachsenen Bodenfilter geleitet und dort gereinigt. Im Wurzelbereich der Schilfpflanzen beseitigt eine natürliche Lebensgemeinschaft aus Mikroorganismen schädliche Keime und Bakterien und sorgt für hygienisch einwandfreies Badewasser wie frisch aus der Quelle. Dank dieser Ökotechnik, die ganz ohne chemische Zusätze auskommt, kann ein Teil des Nichtschwimmerbereichs mit Sand bedeckt werden. Auch Holzstege am Beckenrand bereichern das Bild. Grundsätzlich bleibt die Gestaltung aber funktional und schlicht, genau wie im Bestandsbad. So können die 50-Meter-Bahnen erhalten und durch 25-Meter-Bahnen ergänzt werden. Auch die Sprungmöglichkeiten bleiben erhalten, genauso wie die Startblöcke. Das Schwimmbad Scharzfeld wird generalsaniert, technisch auf den Kopf gestellt und rundum nachhaltig. Es bleibt aber das vertraute, schmucke Waldschwimmbad am südlichen Harzrand.
Ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit waren wesentliche Voraussetzungen für die öffentliche Förderung. So werden die vorhandenen Becken nicht abgerissen, sondern bilden mit ihrer Grundsubstanz die Basis für die neue Beckenlandschaft. Auch der alte Baumbestand wird erhalten. Im späteren Betrieb sorgt die biologische Wasseraufbereitung für einen geringen Wasser- und Energieverbrauch und weil das Badewasser nicht durch Chemikalien belastet ist, kann es nach Ende einer Badesaison direkt in die benachbarte Bremke geleitet werden. Das spart Abwasserkosten.
Mit dem traditionellen Spatenstich begannen jetzt die Bauarbeiten. Die Eröffnung des neuen FreibadPLUS Scharzfeld ist für Sommer 2027 geplant.





